Employer Branding

Randstad Arbeitgeberattraktivitäts-Studie 2024: Wichtigste Erkenntnisse und Trends für den österreichischen Arbeitsmarkt

Die jährliche Randstad Employer Brand Research liefert wertvolle Einsichten in die Attraktivität von Arbeitgebern und die Prioritäten von Arbeitnehmern. Mit fast 173.000 Befragten weltweit, davon 4.382 in Österreich, ist sie eine der umfassendsten Studien ihrer Art. Die Ergebnisse sind für Unternehmen, die sich im hart umkämpften Arbeitsmarkt behaupten wollen, von enormer Relevanz.

Die Studie deckt 32 Märkte ab, die zusammen mehr als 75% der globalen Wirtschaft repräsentieren. In Österreich wurden Arbeitnehmer zwischen 18 und 65 Jahren befragt, mit einer Überrepräsentation der 25- bis 44-Jährigen. Die Stichprobe ist repräsentativ nach Geschlecht und umfasst Studierende, Berufstätige und Arbeitsuchende. Mittels 14-minütiger Online-Interviews wurden die Daten im Januar 2024 erhoben. Wir fassen die wichtigsten Erkenntnisse des Österreich-Berichts 2024 zusammen.

Was macht Arbeitgeber in Österreich 2024 attraktiv?

Die Top 5 Faktoren für österreichische Arbeitnehmer bei der Wahl eines Arbeitgebers sind seit Jahren konstant: Gehalt & Benefits, Jobsicherheit, angenehme Arbeitsatmosphäre, Work-Life-Balance und finanzielle Stabilität. Doch es zeigt sich eine Diskrepanz zwischen dem Wunsch-Arbeitgeber und der Realität. NUR 44% der Frauen sind der Meinung, dass ihr aktueller Arbeitgeber sie angemessen bezahlt – im Vergleich zu rund 50% der Männer. Dies erklärt, warum für Frauen Gehalt und Benefits beim idealen Arbeitgeber eine noch größere Rolle spielen.

Während fast die Hälfte der männlichen Arbeitnehmer mit ihrer Bezahlung zufrieden ist, trifft dies auf deutlich weniger Frauen zu. Dieser Gender Pay Gap scheint sich nicht zu verringern, denn Frauen geben auch häufiger an, von ihrem Arbeitgeber KEINEN Inflationsausgleich erhalten zu haben. Um als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen zu werden, müssen Unternehmen also nicht nur rational überzeugen, sondern auch emotional punkten und vor allem für Gehalts- und Chancengleichheit sorgen.

Eine schlüssige Strategie einer Employer Branding Agentur ist dafür unerlässlich. Sie sorgt für ein konsistentes, ansprechendes Arbeitgeberversprechen nach innen und außen. Dabei gilt es, die Bedürfnisse unterschiedlicher Zielgruppen zu berücksichtigen und authentisch zu adressieren. Eine starke Arbeitgebermarke schafft Vertrauen, stärkt die Mitarbeiterbindung und zieht die richtigen Talente an – auch in einem schwierigen Marktumfeld.

Jobwechselverhalten in Österreich

11% der österreichischen Arbeitnehmer haben in den letzten 6 Monaten den Job gewechselt, weitere 18% planen dies für das kommende Halbjahr. Vor allem die Generation Z zeigt eine hohe Wechselbereitschaft. Im Vergleich zu 2022 ist das Wechselverhalten damit weitgehend stabil geblieben. Hauptgründe für einen Jobwechsel sind zu niedrige Entlohnung angesichts steigender Lebenshaltungskosten, schlechte Führung und verlockende Angebote anderer Arbeitgeber.

Bemerkenswert: Ein Drittel der Arbeitnehmer hat von seinem Arbeitgeber keinen Inflationsausgleich erhalten. Diese Gruppe ist deutlich wechselwilliger (50%) als jene mit vollständiger oder teilweiser Kompensation (35%). Auch fehlende Weiterentwicklungsmöglichkeiten und mangelndes Interesse an der Arbeit treiben Beschäftigte in die Arme der Konkurrenz – vor allem Höherqualifizierte. Unternehmen sind also gut beraten, faire Gehälter zu zahlen, Preissteigerungen angemessen auszugleichen und individuelle Karrierepfade aufzuzeigen, um Mitarbeiter zu halten. Bei der Suche nach einem neuen Job spielen persönliche Kontakte und Empfehlungen eine herausragende Rolle: Ein Drittel der Arbeitnehmer findet SO eine neue Stelle, bei Akademikern sogar noch mehr. Auch Jobbörsen und Firmenwebsites sind wichtige Anlaufstellen. Social-Media-Kanäle und Karrieremessen haben dagegen einen geringeren Stellenwert. Für Arbeitgeber bedeutet das: Mitarbeiter zu Markenbotschaftern machen, Online-Präsenz optimieren und gezielt auf Jobsuchende zugehen. Ein interessanter Aspekt ist auch, WIE Arbeitnehmer nach neuen Jobs suchen. Laut der Randstad-Studie haben Jobportale die größte Reichweite unter Arbeitssuchenden, doch nur 27% finden tatsächlich darüber eine neue Stelle. Weitaus effektiver sind persönliche Kontakte und Empfehlungen: Jeder Dritte war damit erfolgreich, vor allem Akademiker. Jobbörsen und Unternehmenswebsites liegen im Mittelfeld, während Printmedien, Karrieremessen und Business-Netzwerke wie Xing eine untergeordnete Rolle spielen. Social Media wird zwar häufig für die Jobsuche genutzt, führt aber eher selten zum Ziel.

Für Arbeitgeber bedeuten diese Erkenntnisse: Eine Kombination aus verschiedenen Recruitingkanälen ist essenziell. Neben einer starken Präsenz auf Jobportalen und einer attraktiven Karrierewebsite sollten auch die eigenen Mitarbeiter als Markenbotschafter und Multiplikatoren eingebunden werden. Employee Advocacy Programme, Mitarbeiterempfehlungen und Alumni-Netzwerke sind wertvolle Hebel, um passende Kandidaten anzuziehen. Auch Hochschulkooperationen, gezielte Social Media Kampagnen und Karriereevents können je nach Zielgruppe sinnvoll sein. Entscheidend ist eine durchdachte, vernetzte Strategie, die die Stärken der einzelnen Kanäle intelligent verknüpft.

Wer sind Österreichs attraktivste Arbeitgeber 2024?

AVL List, Siemens, Porsche Holding, Infineon und BMW Österreich führen die Top 10 der attraktivsten Arbeitgeber an. Sie alle punkten mit hoher Finanzkraft und ausgezeichnetem Ruf – zwei Schlüsselfaktoren für die Arbeitgeberattraktivität. Auch eine angenehme Arbeitsatmosphäre, Jobsicherheit und Aufstiegschancen zeichnen die Spitzenreiter aus.

Branchenübergreifend liegen Pharma, Automobil und Gesundheitswesen vorne. Doch auch die Unterschiede zwischen den weiteren Branchen sind gering. Die Top 3 Unternehmen in den einzelnen Branchen zeigen, was einen attraktiven Arbeitgeber ausmacht: Eine gesunde Finanzlage, ein tadelloser Ruf und spannende Aufgaben ziehen sich als Stärken durch alle Industrien. Arbeitgeber stehen also nicht nur in ihrer eigenen Branche im Wettbewerb um Talente, sondern müssen sich auch gegenüber Unternehmen aus anderen Bereichen behaupten.

Eine starke, unverwechselbare Arbeitgebermarke ist dabei ein entscheidender Vorteil. Sie hebt die Alleinstellungsmerkmale eines Unternehmens hervor, transportiert die gelebten Werte und schafft eine emotionale Verbindung zu potenziellen Bewerbern. Eine professionelle Agentur für Webdesign kann dabei helfen, diese Arbeitgebermarke auch digital erlebbar zu machen und die Karriereseite zu einem Magneten für Top-Talente zu machen.

KI und Chancengleichheit als wichtige Zukunftsthemen

Künstliche Intelligenz hält zunehmend Einzug in den Arbeitsalltag, vor allem bei jüngeren Generationen. Fast jeder zehnte österreichische Arbeitnehmer nutzt bereits täglich oder regelmäßig KI-Anwendungen, in der Generation Z und bei den Millennials sind es noch mehr. Die ERWARTUNGEN an den Einfluss von KI sind hoch, aber überwiegend positiv. Mehr als die Hälfte der Befragten geht davon aus, dass KI innerhalb der nächsten fünf Jahre erhebliche Auswirkungen auf ihre Arbeit haben wird.

Dennoch gibt es auch Vorbehalte: Rund 10% sehen die Effekte von KI kritisch, die Mehrheit steht dem Thema neutral gegenüber. Vor allem diese Unentschlossenen gilt es im Blick zu behalten und mit der Einführung von KI-Technologien nicht zu überfordern. Unternehmen sollten die Implementierung aktiv begleiten, Ängste und Bedenken ernst nehmen und den Mehrwert für Mitarbeiter klar herausstellen, um eine breite Akzeptanz sicherzustellen. Gefragt sind Schulungen, eine offene Kommunikation und eine schrittweise Heranführung an die neuen Tools.

Ein weiteres Top-Thema ist Diversity & Inclusion. Rund 20% der Befragten sehen sich im Arbeitskontext als Angehörige einer Minderheit – sei es aufgrund von Geschlecht, sexueller Orientierung, Ethnie, Religion oder Behinderung. In der Generation Z ist dieser Anteil noch höher. Diese Gruppe bewertet ihren Arbeitgeber in Sachen Chancengleichheit tendenziell schlechter. Sie sieht sich mit mehr Hürden in der beruflichen Entwicklung konfrontiert, die auf ihre persönlichen Merkmale zurückzuführen sind.

Zudem nehmen Männer häufiger Karrierehindernisse aufgrund ihrer Identität wahr als Frauen. Für Unternehmen gilt es hier, mit inklusiven Prozessen und Strukturen gegenzusteuern und Chancengleichheit aktiv zu fördern. Dazu zählen eine diskriminierungsfreie Rekrutierung, Aufstiegschancen für alle, eine Kultur der Vielfalt und Führungskräfte, die mit gutem Beispiel vorangehen. Nur wenn sich alle Mitarbeiter gleichberechtigt und wertgeschätzt fühlen, können sie ihr volles Potenzial entfalten.

Diversität und Inklusion sind nicht nur eine Frage der Gerechtigkeit, sondern auch ein handfester Wettbewerbsfaktor. Studien belegen: Diverse Teams sind innovativer, treffen bessere Entscheidungen und erzielen letztlich mehr Erfolg. Unternehmen, die auf Vielfalt setzen, sind also im Vorteil – vorausgesetzt, sie schaffen auch ein inklusives Umfeld, in dem sich jeder entfalten kann. Doch genau hier hapert es laut der Randstad-Studie noch.

Obwohl die meisten Arbeitgeber Diversity auf die Agenda geschrieben haben, fühlen sich viele Minderheiten im Berufsleben nicht ausreichend wertgeschätzt und gefördert. Es besteht also eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit, die es zu schließen gilt. Gefragt sind mehr als oberflächliche Lippenbekenntnisse: Es braucht eine gelebte Kultur der Vielfalt, getragen von der Führungsetage und verankert in allen Prozessen. Das fängt bei der Stellenausschreibung an, geht über inklusive Auswahlverfahren und Onboarding bis hin zu fairen Beförderungen. Auch Schulungen zu unbewussten Vorurteilen, Employee Resource Groups und spezifische Förderprogramme für unterrepräsentierte Gruppen können helfen. Vor allem aber müssen Arbeitgeber genau hinhören, was diverse Mitarbeiter brauchen – und dann auch konkret handeln. So wird Diversität zum gemeinsamen Erfolgsprojekt.

Fazit und Handlungsempfehlungen für Arbeitgeber

Die Erkenntnisse der Randstad-Studie zeigen: Österreichische Arbeitnehmer legen nach wie vor großen Wert auf Jobsicherheit, Vergütung und Benefits. Doch auch weiche Faktoren wie Arbeitsatmosphäre, Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Unternehmenskultur gewinnen an Bedeutung. Um sich als attraktiver Arbeitgeber zu positionieren, müssen Unternehmen also an vielen Stellschrauben drehen.

Eine klar definierte, authentische Arbeitgebermarke ist dabei das A und O. Sie bündelt alle relevanten Faktoren in einem stimmigen Gesamtbild und transportiert die Vorzüge eines Unternehmens als Arbeitgeber nach innen und außen. Dafür braucht es eine fundierte Analyse, eine differenzierende Positionierung und die konsequente Umsetzung über alle Touchpoints hinweg.

In der Praxis heißt das: Die eigenen Stärken herausarbeiten, eine zielgruppengerechte EVP formulieren, die Karriereseite überarbeiten, Mitarbeiter zu Botschaftern machen und die Arbeitgebermarke im Bewerbungsprozess leben. Auch Personalmarketing-Kampagnen und Candidate Relationship Management gehören in einen ganzheitlichen Employer-Branding-Ansatz. Unterstützung auf diesem Weg bietet eine Branding Agentur.

Wichtig sind zudem eine WERTSCHÄTZENDE Führungskultur, eine sinnstiftende Arbeit und individuelle Entwicklungsperspektiven. Nicht zuletzt sind Unternehmen gefordert, mit fairen, marktgerechten Gehältern inklusive Inflationsabgeltung attraktiv zu bleiben. Auch flexible Arbeitsmodelle und eine ausgewogene Work-Life-Balance zählen heute zum Pflichtprogramm. Generell gilt: Unternehmen müssen auf die individuellen Bedürfnisse und Lebensrealitäten verschiedener Mitarbeitergruppen eingehen – sei es in puncto Vergütung, Entwicklung oder Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

So gelingt es, die richtigen Talente zu finden, zu binden und zu Höchstleistungen zu motivieren – heute und in Zukunft. Die Vorzeichen dafür stehen gut: Österreich hat engagierte, veränderungsbereite Arbeitnehmer, die sich nach einer sicheren, sinnstiftenden und wertschätzenden Arbeitswelt sehnen. Es liegt an den Arbeitgebern, dieses Versprechen einzulösen.

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